Klimaanpassung in Maintal: Bürgerbeteiligung, Symbolpolitik & grün-alternative Beruhigungspflaster 🌳🗳️🌡️

Die Stadt Maintal gibt sich modern und zukunftsorientiert und will mit einem Klimaanpassungskonzept den unumkehrbaren Auswirkungen des Klimawandels trotzen, so weit dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten überhaupt denkbar ist. Die Zeiten, in denen Kommunen sich still und effizient um das Notwendige gekümmert haben, scheinen passé – jetzt wird Beteiligung gefordert, als gäbe das jedermann auch nur annähernd die Sachkenntnis, relevante Entscheidungen zu treffen: Bürgerbeteiligung, Workshops, Infostände auf Wochenmärkten – als ob der erhitzte Gemüseverkäufer zwischen zwei Gurken und einer schwitzigen Sozialhilfeempfängerin bahnbrechende Ideen hätte, wie man Kaltluftleitschneisen bewahrt. Bezahlt wird der groß angelegte Klimaschutz-Zirkus zu beachtlichen 80 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, ein Sachverhalt, der den Einheimischen vermutlich recht ist, solange "jemand anderes" die Rechnung übernimmt.

Der Maßnahmenkatalog liest sich wie das kulinarische Menü eines ambitionierten Mittelklasse-Restaurants im Prenzlauer Berg: Bäumchen hier, verschattete Spielplätze da, gelegentlich ein Trinkbrunnen für das Wildgetier – Willkommen bei der Feelgood-Initiative der kommunalen Mittelmäßigkeit! Die eigentlichen Probleme, etwa das unaufhaltsame Wachstum gewisser Bevölkerungsgruppen mit erwiesenermaßen geringem Bildungs- und Umweltbewusstsein oder die Bausünden der Vergangenheit, werden in vagen Strategiepapiersätzen hinter hübsch gepflegtem Grün kaschiert.

Natürlich: Die Gutgemeinten unter den Maintaler Bürgern dürfen sich damit trösten, regelmäßig mit Newslettern, Berichten und „Bürgerinformationen“ aus dem Klimamanagement der Stadt bombardiert zu werden. Der Rest wird sich vermutlich ohnehin nicht im feinen Schatten der Rathausrabatten für das Allgemeinwohl interessieren – wie schade. Es wäre doch geradezu vorbildlich, wenn die großen Herausforderungen der Zukunft von eben jenen gelöst würden, die bislang schon an der Schwierigkeit gescheitert sind, ihren Kaffeesatz ordentlich zu entsorgen.

Kurzum: Maintal adaptiert mit viel Tamtam das, was in besseren Kreisen längst Standard ist. Das alles bleibt mehr Beruhigungspflaster für das grün-alternative Bürgertum als praktischer Fortschritt. Aber was soll's – solange die richtigen Namen im Newsletter stehen, sind alle zufrieden. Bis zur nächsten Hitzewelle.