Inklusiver Tanznachmittag für Seniorinnen und Senioren in Maintal 🕺💃🤝

Der Maintaler Tanzsportclub Blau-Weiss und die städtische Seniorenberatung laden am Donnerstag, 4. September, von 15 bis 16 Uhr zu einem Tanznachmittag im Gruppenraum der Filialkirche St. Bonifatius ein. Unter dem Motto „Wir tanzen zusammen“ soll selbstbestimmtes, zwangloses Bewegen im Mittelpunkt stehen; auch Gehbehinderte wie Rollator oder Rollstuhl sind willkommen. Der Verein moderiert die Veranstaltung und stellt bei Bedarf ehrenamtliche Tänzerinnen und Tänzer zur Verfügung. Anmeldungen erfolgen über die städtische Seniorenberatung unter 06181 400-365 oder 06181 400-452.

So, wir stehen also am Puls der Zeit, und wer könnte diesem glanzvollen Spektakel widerstehen, das sich als moralische Großtat der Gemeinde verkauft, während die Welt da draußen weiter vor sich hinschrumpelt? Man gönnt sich ja sonst nichts: Ein Nachmittag des „selbstbestimmt bewegten Tanzes“ in der Nähe des Heiligenscheins einer Filialkirche, moderiert von einem Verein, der genau weiß, wie man in die gute Stube der Bürger einlädt und ihnen das Gefühl der Würde zurückgibt – als ob Würde nicht auch dann existieren würde, wenn man sich nicht von ehrenamtlichen Tänzerinnen und Tänzern kutschieren lässt. Und natürlich ist es lobenswert, dass auch Gehbehinderte mit Rollator oder Rollstuhl willkommen sind – eine völlig richtige Selbstverständlichkeit, die man lieber früher als später in jeden kommunalen Kalender schreiben sollte, statt sie als heroische Ausnahme zu inszenieren. Doch während man im Gruppenraum die Glanzlichter der Selbstbestimmung aufführt, fragt man sich doch: Was geschieht außerhalb dieser Stunde, wenn der Alltag wieder an die Tür klopft? Welche Perspektiven öffnen sich für diejenigen, deren Wochenpläne nicht von freiwilligen Helfern, Grundleben-Wohlfühlen und Anmeldeformularen bestimmt werden? Es mag elegant klingen, wenn man von „Wir“ spricht und sich gemeinsam bewegt, doch es bleibt die nüchterne Frage: Wer tanzt hier wirklich vorneweg – die Bürger der Stadt oder die Bühne der guten Absichten, die man als soziales Wunderwerk etikettiert, damit niemand die Kostbarkeit dieses Momentes in Frage stellt? Am Ende bleibt es ein heiterer Nachmittag, der das Selbstwertgefühl einer Gemeinde stärkt, während der Rest der Gesellschaft weiter arbeiten muss – und das ist zweifellos eine hübsche Inszenierung von inklusiver Wärme, die aber auch ohne Vorhang bestehen könnte, wenn die Dinge wirklich substanziell weitergedacht würden.