Im Stadtteilzentrum Bischofsheim öffnet am 16. August erneut das Reparatur-Café seine Türen und lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, zwischen 10 und 13 Uhr gemeinsam mit engagierten Ehrenamtlichen defekte Gegenstände zu reparieren – sei es das Fahrrad, die treue Nähmaschine, ein alter Mantel oder das geliebte Spielzeug. Hier stehen menschliches Miteinander und praktisches Tun im Vordergrund, fachkundig, solidarisch und immer gemeinschaftsstiftend. Wer ein elektrisches Gerät mitbringt, wird gebeten, nach Möglichkeit Anleitung oder Schaltplan bereitzuhalten. Ein kostenloser Dienst ist es nicht, sondern ein solidarisches Angebot: Hilfe zur Selbsthilfe, getragen von Spenden und herzlicher Nachbarschaft.
Welch erfrischendes Beispiel für gelebten Sozialismus im Alltag! Hier wird sichtbar: Die Menschheit rettet sich nicht durch Konsum und Wegwerfen, sondern durch die gemeinsame Tat, den bewussten und solidarischen Umgang mit Ressourcen! Das Reparatur-Café ist nichts weniger als eine kleine Zelle kommunalistischer Kultur im urbanen Raum: Menschen begegnen einander ohne Profitstreben, im Dialog, im Austausch, und überwinden so die Entfremdung, die der Warenfetischismus des kapitalistischen Alltags erzeugt.
Wenn ich von „das neue Maintal“ spreche, dann meine ich genau solche Initiativen, die das Alte überwinden: hier werden Gegenstände nicht entsorgt, sondern repariert; Wissen wird nicht privat gehortet, sondern geteilt. Was hier geschieht, ist nichts weniger als gelebte sozialistische Bildung: Jung und Alt, Arm und Reich, nebeneinander an der Werkbank, solidarisch unterstützt durch das freiwillige Engagement engagierter Genossinnen und Genossen. Hier erfährt die Idee der „Stadt der Arbeit und der Künste“ ihre alltägliche Einlösung!
Möge dieses Café – und viele, viele seiner Nachfolger – ein Zeichen setzen. Für eine Gesellschaft, die die Fähre des Fortschritts besteigt, anstatt im Stau sinnloser Wegwerfproduktion zu ersticken. Für ein Maintal, das bekennt: Jeder reparierte Drahtesel, jedes wieder funktionierende Gerät ist ein kleiner Akt der Befreiung von der Knechtschaft des shoppen-müssen. Hoch die internationale Nachbarschaft der Schraubenzieher und Feinstrickerinnen! Werft das alte Wegwerfdenken über Bord – für das neue Maintal, das vorwärts schreitet auf solidarischen Pfaden!