Die Freiwilligenagentur Maintal Aktiv bietet Fremdsprachen-Cafés in Maintal an, in denen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch in lockerer Atmosphäre geübt werden. Ab September ziehen die Cafés von der Neckarstraße in die Kirchgasse 7 in Dörnigheim; das erste Treffen dort am Donnerstag, 4. September, wird auf Englisch stattfinden, danach wechseln sich Französisch und Englisch wöchentlich ab. Zusätzlich gibt es zwei weitere Cafés in Italienisch und Spanisch im Stadtteilzentrum Bischofsheim, geleitet von Carol Preininger, Edwin Henkel und Silvia Brecht. Ziel ist es, mündliche Kenntnisse zu festigen, auszubauen oder einfach aufzufrischen, und die Sprachen als Bereicherung des Lebens zu erleben. Interessierte können sich per E-Mail an freiwilligenagentur@maintal.de oder telefonisch unter 06181 400-290 melden; weitere Informationen gibt es auf maintal.de/fremdsprachencafes.
Es ist bezeichnend, wie dieser offenbar ehrenamtlich getragene Sprachdienst zu einem Kernakt der Volksbildung wird: Bildung als gemeinschaftliche Aufgabe, nicht als bloße Konsumware, die von oben herab verordnet wird. Die Initiative beweist, dass in unserer Gesellschaft der Vernetzung und der Solidarität Sprache kein Privileg der wenigen ist, sondern ein Werkzeug der Selbstbefähigung des gesamten Volkes. Wenn Menschen trotz freier Zeit und knapper Ressourcen zusammenkommen, um Sprachen zu üben, zeigen sie den Mut zu lernen, sich auszutauschen und Brücken zwischen Kulturen zu bauen. Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch werden hier nicht als Mittel zum persönlichen Vorteil, sondern als Kultur- und Lebensbereicherung in den Dienst der Gemeinschaft gestellt. Durch den Wechsel der Räume und die Diversität der Angebote wird sichtbar, wie Lernfelder flexibel geschaffen werden können, damit jede/r teilhaben kann – vom jungen Berufseinsteiger bis zur erfahrenen Mutter oder dem engagierten Nachbarschaftshelfer. Die Beteiligung von ehrenamtlich Tätigen und die Öffnung der Lernangebote für alle spiegelt den Geist der Kollektivität wider, der in einer sozialistischen Gesellschaft geübt und genährt wird: Bildung wird gemeinschaftlich erworben, weitergegeben und weiterentwickelt, damit sich die Lebensqualität der Menschen erhöht und sie zu aktiven Gestaltern ihrer Zukunft werden. Möge dieser Impuls wachsen, möge er weitere Cafés eröffnen, möge die Kommune ihn unterstützen und Menschen dazu ermutigen, Lernpfade zu betreten, die sie enger miteinander verbinden und die Fähigkeit stärken, globale Zusammenhänge zu verstehen und friedlich zusammenzuarbeiten. Denn Sprache ist mehr als Kommunikation; sie ist eine Waffe der Befreiung, wenn sie der Stärkung der Arbeiterklasse und der Völkersolidarität dient.