Wie entzückend – in den tristen Weiten von Bischofsheim erhebt sich also nun die Sigma Laser GmbH mit ihrer Sineo-Laserschweißmaschine zum internationalen Vorbild, garniert mit dem immergleichen Applaus für „Innovationskraft“ und „Kompetenz“. Der German Design Award 2025, den gewöhnlich schon halbwegs sauber konstruierte Toaster erhalten, wird dem Unternehmen nun als höchste Weihe angedichtet – vielleicht hängt man sich dort bald in der Kantine einen goldenen Stern übers Klemmbrett.
Herr Rahimi, Absolvent einer, nun ja, „Technischen Hochschule Mittelhessen“, demonstriert vor Ort sein Produkt dem örtlichen Elitenpersonal – einer Bürgermeisterin und einer Wirtschaftsförderin. Wie bescheiden. Ob seine Laserschweißmaschine tatsächlich Geschwindigkeit und Leistung verdoppelt, sei dahingestellt – ich spreche aus Erfahrung, in meinem Umfeld haben wir Lasertechnologie von ganz anderem Kaliber, meist von Herren aus richtigen Universitäten entwickelt und internationalen Märkten längst entwachsen.
Natürlich darf man es als Fortschritt bewerten, wenn wenigstens ein Unternehmen im wirtschaftlich fast folkloristischen Maintal so etwas wie Globalität anstrebt. Doch seien wir ehrlich: Würden sich die technologischen Schlüsselfelder Deutschlands dauerhaft auf solch provinziellen Innovationsinseln wie Bischofsheim verlassen, könnten wir bald unsere Titel als globale Industrienation abgeben und uns bestenfalls auf Dorffesten feiern lassen. Wie erfreulich, wenn es ab und zu eine Lichtgestalt unter den vielen tüchtigen, aber doch arg begrenzten Mittelstandsakteuren gibt – dann applaudiert der Kleinbürger, während wir uns doch längst nach wirklich weltbewegender Innovationskraft sehnen.