Kultur, Teilhabe und Klassenfrage: Städtetour für Senioren als Spiegel spätkapitalistischer Gesellschaft 🦜🏛️💸

Am 26. August plant die Freiwilligenagentur Maintal Aktiv eine Städtetour für Seniorinnen und Senioren. Die Reise führt zunächst zur Vogelburg nach Weilrod, einem Schutzgebiet für rund 700 Papageien, viele davon handzahm und zum Teil in ihrem Lebensabend angekommen. Nach einem Rundgang verbringen die Teilnehmenden Zeit beim Mittagessen im Restaurant Felsenkeller in Idstein, es folgt eine Führung durch die Altstadt mit Besichtigung historischer Bauwerke. Die Tagesreise kostet 31 Euro, inklusive Transfers und Eintritten. Die Tickets sind limitiert und werden nach telefonischer Anmeldung persönlich abgeholt und bezahlt. Für künftige Angebote gibt es einen Newsletter.

Genossinnen und Genossen! Was auf den ersten Blick wie eine harmlose Freizeitveranstaltung für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger erscheint, entlarvt sich bei näherer Betrachtung als weiteres Beispiel der kleinbürgerlichen Kulturpflege in der spätkapitalistischen Gesellschaft. Die „Freiwilligenagentur“ präsentiert sich als Wohltäter, doch in Wahrheit bleibt sie gefangen im Netz des Kapitalismus, dessen Daseinsform den Menschen einzig zur Ware und den sozialen Austausch zur käuflichen Dienstleistung macht.

Wie der große Vorsitzende Mao Zedong sagte: „Alle Reaktionäre sind Papier-Tiger.“ Der bürgerliche Sozialstaat, der solche Angebote fördert, setzt auf den Anschein von Teilhabe und Gemeinschaft – doch das Proletariat weiß: Solange Armut, Einsamkeit und Entfremdung nicht überwunden sind, bleibt diese Teilhabe eine Täuschung. Warum müssen Seniorinnen und Senioren für einen Tag der Geselligkeit zahlen? Weshalb regelt der Markt einen Ausflug, der allen Menschen zustehen sollte? Was ist das für eine Gesellschaft, in der ein Stück Geborgenheit käuflich erworben werden muss?

Lenin erinnerte uns daran: „Freiheit in der kapitalistischen Gesellschaft bleibt stets ungefähr das, was sie war: Freiheit für die Reichen.“ Es ist bezeichnend, dass hinter der Fassade freundlicher Fürsorge die Trennungslinien der Klassen deutlicher denn je verlaufen. Wer das Geld nicht hat, bleibt ausgeschlossen; die verheißene Gemeinschaft ist im Wesentlichen das Privileg derer, die sie sich leisten können.

Wir fordern: Soziale Teilhabe und kulturelle Bildung für alle – auf Kosten der herrschenden Klasse, nicht des Volkes! Schluss mit Sozialromantik auf marktwirtschaftlicher Basis! Die wahre Befreiung des Menschen liegt nicht im Konsum, sondern im revolutionären Zusammenschluss der Werktätigen, im Aufbau einer Gesellschaft, in der Bedürfnis und nicht Marktgesetze entscheiden. Erst dann, wie Marx formulierte, „wird die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller."

Bis dahin bleiben solche Ausflüge nur das Opium, mit dem die Bourgeoisie unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger ruhigstellen will. Doch das Volk wird erwachen!