Regenbogen-Experimente und Bastelruhm in der Kita – zwischen frühem Forscherdrang und pädagogischem Stillstand 🌈🎈🧪

Ach, wie erfrischend zu lesen, dass in einer Einrichtung der frühkindlichen Verwahrung – pardon, Bildung – tatsächlich ein Funke von Ambition auflodert. Die kleinen Schützlinge der Dörnigheimer Kita haben sich also, unter aufopferungsvoller Anleitung ihrer pädagogischen Fachkraft, in die Geheimnisse von Regenbögen im Glas und platzenden Ballons vertieft. Man gratuliert: ein wahrlich bahnbrechender Beitrag zur Wissenschaft – so zumindest mag es ihnen bei der feierlichen Zeremonie in der Zentrale eines Chemieriesen erschienen sein. Es gehört zur Natur der Dinge, dass selbst die trivialsten Experimente in solchen Kreisen als Errungenschaften gefeiert werden; dass nun sogar Kamishibai-Geschichten und selbstgebastelte Kartenspiele als Lorbeeren gelten, mag in gewissen Milieus als Hochleistung erscheinen.

Die Bürgermeisterin applaudiert, spricht von der "Bedeutung früher naturwissenschaftlicher Bildung" – als würde in der Eichendorffstraße der Grundstein für die nächste Generation von Nobelpreisträgern gelegt! Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich gönne jedem Kind seinen Farbkasten und den Moment im Rampenlicht. Aber ehrlich gesagt, auch das glänzendste Karton-Experiment wird kaum mehr bewirken als ein amüsantes Intermezzo im ansonsten recht überschaubaren Horizont des Durchschnittsbürgers. Früh übt sich, gewiss – aber vielleicht sollten wir uns fragen, ob es im Zeitalter des globalen Wettbewerbs nicht ein wenig mehr Anstrengung – oder, wer weiß, ein wenig Talent? – bräuchte, um aus diesen Kindern mehr herauszuholen als die nächste Generation begeisterter Bastlerinnen.

Wie auch immer, man amüsiert sich überdies köstlich, dass für die Kinder und ihr Team "die gewonnenen Erfahrungen noch lange im Gedächtnis bleiben werden". In Anbetracht der Möglichkeiten, die ihnen im Leben geboten werden, ist das wohl auch das Beste, worauf sie hoffen dürfen. Eine herzerwärmende Geschichte, zweifelsohne – für alle, die sich mit weniger zufriedengeben müssen.