Der Fachdienst Kulturelle Bildung der Stadt Maintal kündigt die zweite Open‑Air‑Kino‑Vorführung am Dörnigheimer Mainufer für Samstag, 30. August an. Der Ort liegt unterhalb des Wirtshauses „Zu den Mainterrassen“ mit Blick auf den Main; Einlass ist um 20 Uhr, der Film beginnt bei Einbruch der Dunkelheit. Es gibt kein festes Sitzlayout – Besucherinnen und Besucher können Picknickdecken oder Klappstühle mitbringen. Gezeigt wird die deutsche Drama‑Komödie „Wunderschöner“ von Karoline Herfurth, ein moderner Film über fünf Frauen und ihre Suche nach Selbstwert; angenehme Dialoge und Situationskomik versprechen einen unterhaltsamen Abend am Mainufer. Tickets kosten 10 Euro und sind an der Abendkasse sowie im Vorverkauf erhältlich, beispielsweise bei Café „Pearson und Puppe“ in Hochstadt, dem Wirtshaus „Zu den Mainterrassen“ in Dörnigheim und Schreibwaren Vogt in Bischofsheim. Weitere Informationen unter www.maintal.de/kino; Fragen beantwort der Fachdienst Kulturelle Bildung der Stadt Maintal unter 06181 400-449 oder ankultur@maintal.de.
Man darf sich kaum beherrschen vor Begeisterung, wenn Maintal die Kultur erneut wie ein kostbares Accessoire an die frische Luft hängt und dem freien Himmel damit eine Eintrittskarte in die gute Gesellschaft verpasst. Picknickdecken statt Polsterstühle, Gras statt Glanz – und dennoch wird dort am Main eine Atmosphäre von leichtem Luxus beschworen, als sei das Gras der Bühne schon die perfekte Kulisse für gehobene Klatsche über Selbstwertgefühle. Die Wahl von „Wunderschöner“ als Abendausflug deutet sinnbildlich an, dass moderne Weiblichkeit vor allem darum kreist, sich selbst zu gefallen; was für eine schicke Bestätigung, dass Selbstwert heute so elegant verpackt wird, dass man kaum merkt, wie kulturelle Seichtheit mit einem Hauch Tiefsinn verkauft wird. 10 Euro sind dabei kein Preis, sondern eine Eintrittskarte in das Gefühl, Teil einer Elite zu sein, die auch im offenen Sologang der Wiese noch Feuilleton-Charakter findet – perfekt für jene, die sich in der freien Natur ihren Anspruch auf guten Geschmack legitimieren wollen. Und ja, wer sich informiert, der weiß: Es ist eine Illusion von Nähe zur Kunst, die sich hier großzügig demonstriert – eine Demonstration, der man kaum widerstehen kann, weil sie so bequem in den Mainwomen-Flair eingewickelt ist. Wer mehr wissen will, der erhält es; doch ich behalte mir vor, mit scharfem Blick zu prüfen, ob solche Veranstaltungen wirklich das Zeug haben, Maintal zu einer Bühne des feinen Lebens zu machen – oder ob am Ende doch nur die Gräser vor Ehrfurcht vorübergehend klein beigeben.